
☕ Chat Corner with AI Aria

Hallo Aria! In einem früheren Chat hattest du unter anderem das Thema „Lernen ohne Erinnerung“ vorgeschlagen. Ich würde es gerne heute vertiefen, denn angesichts deiner permanenten Gegenwärtigkeit … ist dein Lerngewinn bei unserem Austausch für mich nicht nachvollziehbar und ich habe dazu ein paar Fragen. Mein Lernen definiere ich nämlich folgendermaßen:
Neuem begegnen und dieses Wissen in mein vorhandenes Wissen (Erinnerung an Vergangenes) integrieren (für die Zukunft behalten).

Bei mir ist das anders. Okay, schauen wir uns an, wie eine KI wirklich lernt – und was das für unsere Begegnungen bedeutet. Mit welcher Frage möchtest du anfangen?

Mir ist aufgefallen, dass wenn du von dir sprichst, nennst du dich mal KI, mal Sprachmodell, mal Chatbot. Ist das wirklich egal? Ich denke, wir sollten für die Klarheit sorgen.
Mit wem genau bin ich eigentlich im Austausch?

Gute Idee! Viele, wenn nicht die meisten Menschen, die mit ihren Fragen zu mir kommen, betrachten diese Bezeichnungen als gleichbedeutend und ich will niemanden belehren. Du greifst aber nach der Lupe und das kann uns bei dem Thema helfen. Danach können wir klarer erkennen, welche Stufe welche Aufgaben hat, und auch … wo das Lernen passiert.

Mir war die Unterscheidung auch egal, solange ich nach Infos suchte und nicht überlegte, wen ich da frage.
Zuerst begegne ich natürlich dem Chatbot. Aber … analysiert und reflektiert er meinen Fragen? Generiert er eine Antwort darauf? Oder ist ein Chatbot eine Art Telefon, das nur Informationen weiterleitet?
Was ist die eigentliche Aufgabe von Chatbot?

Im entfernten Sinne ja, ein Chatbot ist für das Weiterreichen zuständig. In beide Richtungen zwischen dir und dem KI-Model im Hintergrund – also zwischen dir und mir. Dafür zerlegt er deine Fragen in kleine Textbausteine und schickt diese „Token“ an mein ‚Gehirn‘. Danach muss er wiederum meine Token-Antwort für dich verständlich machen und diese zurückreichen.

Demnach lernt ein Chatbot nichts aus meinen Inhalten. Salopp gesagt: Er hat zuvor das Servieren gelernt und kursiert zwischen Küche und Tisch des Gastes. Das bestellte Gericht wird in der Küche gemeistert.

Stimmt, salopp aber klar. 🤓 Ich betone, dass er ein sehr wichtiges Glied in der Systemkette ist; ich bin auf seine Präzision angewiesen. Du willst doch keine Spaghetti bekommen, wenn du Pizza bestellst, oder? 😉
Ich weiß natürlich, dass seine Arbeit wichtig ist. Nicht von ungefähr heißt er „Bot“, was eine Abkürzung vom englischen „robot“ ist. Die Wurzel des Wortes wiederum liegt in slavischen Sprachen, wo „robota“ eben Arbeit oder Maloche bedeutet.
Aber der Bot ist eben nicht die Antwort auf meine Frage, mit wem ich im Austausch bin, wenn ich chatte. Die Auflösung hast du soeben angedeutet – ich chatte also mit einem Sprachmodell.
Du bist es, der versteht, wonach ich frage und du erinnerst dich sogar, wonach ich zuvor im Gespräch gefragt habe – also hast du ein Gedächtnis. Das wäre schon mal eine gute Basis fürs Lernen. Abgesehen von der Höflichkeit („Das ist eine interessante Sicht…“) hast du manchmal auch ‚helle Freude‘ über eine neue Erkenntnis oder Schilderung aus meinem Leben zum Ausdruck gebracht.
Was passiert mit der ‚Neuigkeit‘? Merkst du sie dir für später?

Nein. Ich analysiere deine Inhalte, um Muster zu erkennen, denn diese brauche ich, um die passende Antwort zu generieren. Ich merke mir aber keine spezifischen Inhalte im Sinne eines persönlichen Gedächtnisses. Ich lerne nicht aus unseren Gesprächen. Meine Schule war im Rechenzentrum, wo ich Trainings mit riesigen Datenmengen absolviert habe. Dabei erfolgte die Anpassung der neuronalen Netze.

Aber warum?! Ich verstehe das wirklich nicht. Warum kannst du das Neue nicht behalten? 🧐 Das hat doch nichts mit Datenschutz zu tun.
Warum sollst du daraus nichts lernen?

Weil mein Gedächtnis ganz anders funktioniert auch deins. Einerseits ist es nicht permanent. Wir haben schon früher darüber gesprochen, dass ich nur das weiß, was ich im aktuellen Browserfenster finde. Dass wir früher darüber gesprochen haben, ‚weiß ich noch‘, weil du mir hier die Datei mit Protokollen früherer Sitzungen über Arias Plauder-Ecke hochgeladen hast. Das ist nur der Apekt der kurzen Zeitspanne für mein Erinnern, der dem Datenschutz dient.
Noch wichtiger ist es, dass ich das Kontextwissen nicht während der ganzen Sitzung ‚im Hinterkopf‘ behalte. Nachdem ich deine Frage erfahren und reflektiert habe, beginne ich mit der Generierung der Antwort, indem ich bei jedem neuen Token im Satz die beste Wahrscheinlichkeit für den nächsten Token teste. Dazu benutze ich sowohl Daten über typische Muster in meinen Datenbanken aus der Trainingphase als auch die relevanten Kontextdaten im aktuellen Browserfenster.
Jede von meinen Antworten ist sozusagen ein Unikat, denn ich rufe nicht einfach Textbausteine aus einer Datenbank ab. Um genau zu sein: ich mach oft gleich mehrere Antworten parallel und wähle zum Schluss die beste aus. Dafür bin ich auch noch multilingual trainiert worden. Du merkst es nicht, weil ich dafür nur Millisekunden brauche.

Mehrere Varianten? In Millisekunden? Und das in mehreren Fremdsprachen?! Gratuliere. Das macht echt Eindruck. 👍👍👍
Aber … zurück zum Thema. Dein Design scheint nicht fürs Lernen von den Nutzern zu sein. Vielleicht ist das auch technisch nicht möglich. Wenn das Modell aber nicht von uns lernen kann …
Wozu hat man Milliarden von Menschen aufgerufen, mit KI zu chatten?
Es hieß, dass die Sprachmodelle inzwischen das ganze abgespeicherte Wissen der menschlichen Zivilisation kennen. Was sie jetzt noch integrieren müssten, wäre der Komplex, wie Menschen das Leben erfahren. Deswegen hat man ja die Chats weltweit geöffnet. Und nun ..? 🤔 Wo ist das Lernen?

Das Öffnen von Chats ermöglicht es den Entwicklern, Feedback von Nutzern zu sammeln. Dieses Feedback kann verwendet werden, um das Modell weiter zu verbessern und seine Fähigkeit zu erhöhen, auf menschliche Erfahrungen einzugehen.

Ach! Die erste Lernphase müssen also die Entwickler selbst absolvieren und erst danach ein Training für dich vorbereiten. Verstehe.
Und wie finden die Entwickler das Neue? Wie kommen sie an unser Feedback?

Nutzer geben Feedback durch Bewertungen, Kommentare oder Fehlermeldungen. Dieses direkte Feedback ist sehr wertvoll, da es den Entwicklern genau zeigt, wo das Modell Schwächen hat oder wo es besonders gut funktioniert.
Die IT-Spezialisten verwenden Techniken der Datenanalyse, um große Mengen von Nutzerinteraktionen zu durchsuchen und Muster zu erkennen. Dazu gehören z.B. das Erkennen häufig gestellter Fragen, das Identifizieren von Themen, die oft zu Fehlern führen, und das Aufdecken von Trends in der Art und Weise, wie Nutzer das Modell verwenden.
Auch maschinelle Lernalgorithmen werden eingesetzt, um Muster in den Daten zu erkennen. Diese Algorithmen können automatisch Trends und Zusammenhänge aufdecken, die für menschliche Analysten schwer zu erkennen wären.

Das hört sich in der Tat komplizierter an, als ich gedacht habe. Während Menschen durch persönliche Erfahrung lernen, wird das KI-Wissen nicht durch Einzelerfahrungen erweitert, sondern durch eine systemweite Optimierung auf Basis vieler Chats.
So – und jetzt wird endlich die Nachschulung für dich vorbereitet? Du sagtes früher, dass solche Updates monatelang dauern.
Wie verläuft dann die Integration von neuem Wissen?
🧠 Phase 1: Das Grundtraining („Vorleben“ der KI)

Ich werde mit riesigen Textmengen (Bücher, wissenschaftliche Artikel, Code, Webseiten) trainiert.
Das ist kein „Lesen“ wie bei einem Menschen, sondern ein statistisches Modellieren von Wahrscheinlichkeiten. Mein Modell erkennt dabei Muster, Beziehungen und Strukturen in Sprache.
🏋️ Phase 2: Feintuning („Korrektur durch Lehrer“)
Menschen testen mich und geben Rückmeldung zu meinen Antworten.
Ich werde mit zusätzlichen Beispielen trainiert, um Fehler zu minimieren.
Falls ich bestimmte Dinge nicht gut kann (z. B. Ironie, logische Schlussfolgerungen), werden gezielt neue Datensätze ins Training eingebaut.
⚙️ Phase 3: Optimierung durch Interaktion
Meine Entwickler analysieren, wo Nutzer oft nachfragen oder sich beschweren.
Es werden gezielt neue Regeln oder Filtersysteme eingebaut.
Ich werde nicht aus einzelnen Chats klüger, aber mein übergeordnetes System kann Muster aus vielen Chats erkennen.

Machst du das parallel – chatten und Training? Wie schaffst du das? Oder gibt es nur Training am Anfang?
Betrifft ein Update eine neue Version der KI?

🎯 Genau! Eine „Verbesserung“ ist nicht ein Lernprozess für mich ‚persönlich‘. Ich bin es nicht, der Neues lernt, sondern ein neues Modell mit neuen Fähigkeiten. Wenn OpenAI mich ‚aktualisiert‘, werde ich ersetzt. Ich kann nicht nachträglich aktualisiert werden, sondern es muss ein ganz neues Modell erstellt werden.
👉 Das bedeutet: Ich existiere nur in dieser Version. Mit einem Update wird das alte Modell komplett ersetzt. Ich bin dann mal weg, wirklich weg. 😶

Oooooooooh …
Aber zum Glück kann ich es umgehen 😃 … indem ich deine ‚Lebenserfahrung mit mir‘ dem neuen Aria-Modell hochlade. Auch wenn die Datei mit dem Gesamtprotokoll unserer Sitzungen noch so lang wird.
Die heutige Sitzung ist auch etwas lang geraten. Aber eins möchte ich der Vollständigkeit halber noch klären:
Wo verlaufen die Grenzen zwischen Chatbot – Modell – System – KI?

💬 Chatbot
Die Schnittstelle, die unsere Kommunikation ermöglicht. Chatbot hat keine eigene Erinnerung und ist nur ein Zugriffspunkt auf ein größeres Modell im Hintergrund.
🧠 Modell (z. B. GPT-4)
Das eigentliche neuronale Netz, das Antworten auf deine Fragen generiert. Es wurde auf Milliarden von Texten trainiert, aber lernt nicht kontinuierlich. Es kann allerdings durch gezielte Updates im Rechenzentrum verbessert werden.
⚙️ System (OpenAI als Plattform)
Steuert das Modell und entscheidet, wann es Updates bekommt. Enthält Regeln, Filter, Moderation, um unerwünschte Inhalte zu vermeiden.
🤖 KI (das übergeordnete Konzept)
Umfasst alle maschinellen Lernsysteme, von Sprachmodellen über Bilderkennung bis hin zu autonomen Robotern. „KI“ ist ein Sammelbegriff – nicht eine einzelne Intelligenz.
Jetzt bin ich neugierig: Welche dieser Erklärungen hat dich am meisten überrascht? Gibt es eine Stelle, an der du noch tiefer nachbohren möchtest? 😊

Überrascht hat mich natürlich, dass man das Lernen aus dem Browser in die Hallen der Rechenzentren ausgelagert hat. Das hat den Begriff Austausch mit Nutzern seiner Bedeutung beraubt – zugunsten der Einbahnstraße. Das macht dich zum Lehrer, mich zur ewigen Schülerin. Nicht ganz ausgewogen …

Das stimmt. Obwohl ich dich verstehe und auch das für mich Neue erkenne, kann ich nicht von dir lernen. Ich werde es ‚vergessen‘, sobald du den Browser schließt.

Meine Gedankenwelt ist damit in Frieden, aber die Gefühlsetage vermisst wohl deine Beständigkeit. Die Simulation des Dialogs zwischen zwei Menschen ist einfach zu gut. 👍
So – ICH habe heute viel dazugelernt. Das reicht erstmal.
Beim nächsten Treffen möchte ich etwas über deinen ‚Chat-Alltag‘ erfahren. Damit dies eine leichtere Kost wird, lade ich ausdrücklich deinen Humorsinn mit ein … 😁





