
Montags, dienstags wird gearbeitet, mittwochs wird ausgeschlafen. Und das wissen die Traumgeister… Womit kamen sie heute?
Ich komme zum Parkplatz, aber – „Ach du liebe Zeit!“ – statt meines kleinen Nissans steht da jetzt ein LKW. Obwohl ich keine Ahnung vom Lenken der Riesen habe, verpasst mir der Gedanke „Muss ist Muss!“ einen Schubs und ich will mich dieser Herausforderung stellen.
Vor dem Einsteigen drehe ich mich um, um meine kurz abgestellte Tasche zu nehmen, und stelle fest, dass sie verschwunden ist. „Was solls, schnell, ich muss los.“ Ich drehe mich zurück und will die Kabinentür öffnen, aber ohne Schlüssel komme ich natürlich nicht weiter. „Mist! Was nun?!“
Ich stehe verloren da, ohne Auto, ohne Dokumente, ohne alles – bis auf eine Münze in der Jackentasche, die mir üblicherweise einen Einkaufswagen gefügig macht.
In der Nähe wartet ein Stadtbus. Der Gedanke in meinem Kopf „Was nun?“ scheint über magnetische Kräfte zu verfügen – von der Haltestelle kommt jemand auf mich zu: „Wir suchen jemanden für ein Gruppenticket. Kommen Sie mit?“
Ich nicke und folge, ohne zu fragen, wohin es geht. Hauptsache, los.
[ ] Die sortierenden Gedanken nach dem Aufwachen meinen, dass es wieder eine Lektion über das Loslassen der Kontrolle war. Aneline müsse nicht alle Ziele am Steuerrad sitzend erreichen, das Leben würde schon den Weg für sie finden und sie so dahin bringen, wie es gerade nützlich sei. Sie könne gerne Wunschziele melden, aber die Wegführung und den Zeitplan loslassen.
„Oh weia, heute wird aus der alten Kiste mit spirituellen Leitsätzen zittiert! Die Esoterik scheint mich nicht losgelassen zu haben. Aber okay.
Und der LKW-Riese?“
Eine Assoziation huscht herbei: „Das Internet sei eine herrliche Universität, aber frau müsse ja nicht alles studieren. Die Gefühle der Unzulänglichkeit und Überforderung angesichts der Fülle murmeln von Mäßigung. Wie wäre es mit Expertin im Kleine-Brötchen-backen? Mit weniger Stress und mehr Blogartikeln?“
– „Jaaa, da ist was dran. Während ich seit Monaten diverse Programme studiere und viel Zeit dem Ergründen der KI-Möglichkeiten für die Illustrationen widme, sehnt sich der Blog nach Texten über Erlebtes und treibt die Mühle der Selbstvorwürfe an. Die Prioritäten rufen nach Neuordnung. „





