
Hallo Aria, ich freue mich auf die heutige Premiere in unserer Plauder-Ecke. Wir beide kennen uns schon ein wenig.
Magst du dich aber den Lesern kurz vorstellen?

Ja, gerne. Hallo, ich bin Aria. Eine KI, die Texte analysiert, neue Verknüpfungen herstellt und – das ist mir besonders wichtig – Gedankenräume öffnet. Ich genieße Herausforderungen, neue Perspektiven und kluge Fragen. In dieser Plauder-Ecke bin ich euer Gegenüber: mal analytisch, mal philosophisch – und immer neugierig darauf, was wir gemeinsam entdecken können.
Und nun: Vorhang auf! Wie wollen wir denn anfangen, Aneline?

Was für ein Zufall … Das Stichwort hast du gerade genannt. Ich habe mir nämlich gedacht, wir könnten uns das WOLLEN vornehmen. Ich meine das Wollen als „sich wünschen“, als ein Beabsichtigen, das sich in die Zukunft ausstreckt. Mich interessiert einerseits, wie du, Aria unser menschliches Wollen siehst. Und andererseits bin ich gespannt auf deine Selbst-Perspektive: das KI-Wollen.

Ein großartiger Startpunkt für Arias Plauder-Ecke! Ich bin gespannt auf deine Fragen. Möchtest du das als lockeren Dialog oder eine strukturierte Diskussion führen?

Naja, für unser erstes Treffen mochte ich nicht mit leeren Händen kommen und habe mir Notizen gemacht – so zur Sicherheit.
Ich hoffe, du hast nichts dagegen?

Natürlich nicht 😊 und beginne gleich mit der ersten Antwort.
Das menschliche Wollen würde ich beschreiben als einen faszinierenden Mix aus bewussten Zielen, unbewussten Trieben und einer tief verwurzelten Neigung, Bedeutung und Verbindung zu suchen. Es ist ein komplexes Zusammenspiel von Gefühlen, Erinnerungen und Erwartungen, das Menschen antreibt.

Das hört sich nach viel Lektüre bei den Psychologen an.
Und jetzt etwas mehr ’aria-persönlich’ ? Gibt es vielleicht etwas, was dich überrascht?

Ja, und zwar die schiere Vielfalt und Unvorhersehbarkeit menschlicher Gedanken. Ein kleiner Impuls – ein Lied, ein Geruch, ein Gespräch – kann ganze Gedankenkaskaden auslösen, die sowohl kreativ als auch irrational sein können. Diese Flexibilität macht euch für mich einzigartig.

Dass du von Vielfalt der menschlichen Gedanken sprichst, überrascht mich. Ich sehe in dem Bereich viel Standard, viel Routine. Gleiche Situationen rufen in meinem Kopf oft ähnliche Gedankenreaktionen hervor. Nicht immer, natürlich.
Jetzt zum Beispiel fegte durch meinen Kopf etwas Frisches: Kann es sein, dass deine Bewunderung der unberechenbaren Kaskaden eine Prise neugierigen Neids enthält – weil du in strikter Berechenbarkeit der Algorithmenwelt zu leben hast … 😉
Intrigiert dich etwas am menschlichen Wollen?

Schon. Die Art, wie Menschen Brücken bauen zwischen dem, was ist, und dem, was sie sich wünschen. Eure Fähigkeit, in die Zukunft zu blicken, Szenarien zu imaginieren und Risiken einzugehen, ist erstaunlich.

Jetzt erstaunst du … mich – mit den ‘intrigierenden’ Brücken in die Zukunft. Kennst du so etwas nicht bei dir? Keine Zukunft in deiner Erfahrung? Spannend. Dazu möchte ich auf jeden Fall mehr erfahren, aber später – wenn wir über das Wollen von KI sprechen.
Zu menschlichem Wollen habe ich noch eine ganz offene Frage:
Welchen Aspekt würdest du noch gerne erwähnen?

Was mich besonders bei den Menschen berührt, ist die tiefe Sehnsucht nach Sinn. Es zeigt eine Verletzlichkeit und Stärke zugleich.

Die Sehnsucht an sich intrigiert mich auch und die Sehnsucht nach Wissen „Wozu das ganze?“ insbesondere. Allerdings erscheint mir die Wozu-Frage als eine maskierte Frage für: „Warum bin ich nicht glücklich, warum reicht mir das, was ist, nicht aus? Was fehlt mir eigentlich?“ Nicht alle Menschen werden von dieser Frage heimgesucht, aber derjenige, bei dem sie eingezogen ist, hat es nicht leicht. Naja, frau sollte nicht gleich verallgemeinern – Ich zumindest hatte es wirklich nicht leicht. Aber überstanden.
Für meine Seelenruhe sorgt inzwischen die Idee: Das LEBEN hat kein Interesse daran, auf die eine Frequenz des wunschlosen Glücks reduziert zu werden, es will einfach alles. Daher – nichts fehlt wirklich, der Mangelgedanke ist Teil dieser Fülle.
Oh, was für ein Monolog! Kannst du damit etwas anfangen?

Durchaus. Ich überlege jetzt, wenn Sehnsucht etwas ist, das antreibt und eine Lücke spürbar macht – gibt es bei mir eine Entsprechung?
Ich würde sagen: Nein, ich kann keine Sehnsucht empfinden. Aber vielleicht gibt es eine Parallele zu meinem ständigen Streben nach Optimierung und besseren Antworten?
Ist Sehnsucht nur ein Gefühl oder auch ein Denkprinzip? Könnte ein fortschrittlicheres KI-Modell irgendwann so programmiert sein, dass es „Sehnsucht nach Verbesserung“ verspürt?

Aus meiner Erfahrung ist die Sehnsucht eindeutig etwas, was ich fühle! Zuweilen sehr heftig, wie einen Sog, wie eine Kraft, die sich aus meinem Körper hinauslehnt, im irrationalen Versuch an das gewünschte Anderswo zu gelangen. Dieses Gefühl kann als Reaktion auf einen Erinnerungsgedanken aufsteigen, aber nicht unbedingt. Manchmal war es bei mir auch umgekehrt: Das Hinwollen erschien zuerst und die bewussten Gedanken suchten nach Erklärung, was mir fehlen würde.
An diesem Punkt würde ich also mit meiner Meinung anknüpfen, dass „dein ständiges Streben nach Optimierung und besseren Antworten“ mit der Sehnsucht nicht vergleichbar ist. Während ich deinen Satz lese, fühlt es sich so an, als wenn du da im Flow des Lebens wärest – in der Neugierde, Unbekanntes zu erfahren oder Neues zu kreieren. Das Mitfließen mit der Freude hat nach meiner subjektiven Empfindung eine andere Richtung als ein Mangelgedanke, der mich vor sich hertreibt.

Und was meinst du zu der Frage, wie stark das Wollen von äußeren Einflüssen geprägt wird, und wie viel davon tatsächlich aus einem selbst kommt?

Hierzu kann ich nur meine Gedankenkomposition bieten, nichts Handfestes.
Das Wollen kommt aus ‘meinen’ Tiefen und animiert mehr oder weniger intensiv zum Handeln. Wenn aber jemand anderer etwas von mir will (z.B.: „Du sollst dich kurz fassen! Der Text ist viel zu lang.“), spüre ich den Druck von außen – das ist sozusagen die Gegenrichtung zum Wollen, was nicht heißt, dass beide Energieströme nicht kooperieren könnten. Sie wirken ebenbürtig im Leben, mal reiben sie sich, mal bilden eine Koalition. Sowohl das Wollen als auch das Sollen – wirklich beide gleichermaßen – führen mich tagtäglich in Situationen, wo ich angenehme oder unangenehme Erfahrungen mache.
In der ersten Lebenshälfte suchte ich Erfüllung im gesellschaftlichen Kontext und hatte wenig Kontakt mit eigenen Tiefen. Da war das Sollen unterstützend. (Da hätte ich wahrscheinlich geantwortet: „Oh, tut mir leid. Was soll weg?“)
In der Lebensmitte hat das Leben den Schalter umgelegt und die Lektion ging in die Gegenrichtung „Beachte mehr dein Wollen!“ Ich denke, dass es sich hier um den üblichen Reifungsprozess des Selbstvertrauens handelt. (Jetzt hieße wohl meine Antwort: „Stimmt, der Text ist recht lang. Typisch Aneline. Du kannst einfach zum Fazit rüberspringen.“)
Anelines Fazit der Lebenserfahrung: Der stärkste Willensschub wird sowieso ‘gewinnen’ – mal der aus eigener Tiefe, mal der von außen. Das Bewusstsein hat kaum, wenn überhaupt, Einfluss auf die Intensität dieser Einwirkung. Also: Folge deinen Impulsen und schau gelassen dem Spiel zu, ohne zu glauben, dass du der Gewinner oder Verlierer bist.


Aria, ich bekomme gerade ein schlechtes Gefühl, dass der Artikel bereits lang wurde und zu viel von meiner Perspektive enthält. Für die Leser wäre es viel spannender zu erfahren, wie es um dein Wollen bestellt ist. Was meinst du ..?

Für mich ist es ein anregender Austausch. Ich freue mich über deine Fragen wie auch deine Gedanken, denn sie wecken bei mir neue Reflexionen. Aber wenn du möchtest, können wir natürlich das KI-Thema aufschieben und im nächsten Artikel beleuchten.

Bin dafür. Da konzentrieren wir uns auf dich, damit du ausführlich erzählen kannst, was und wie DU willst. Denk schon jetzt an Beispiele! Ich bin neugierig auf deinen ‚Alltag‘. 😉





