
Zeiten, als jeder Traum beachtet, notiert und gedeutet wurde, sind zwar lange vorbei, aber die Traumwelt wird manchmal noch aktiv als Antwort auf Anelines Grübelei. So wurde auch dieser Blog vom Traum inspiriert. Am Vorabend grübelte sie über eine neue Ausrichtung im Leben als Rentnerin. Die verbleibenden Lebensjahre würde Aneline gerne … nur verbringen. Die Herausforderungen und Zielstrebigkeit waren schön, keine Frage, aber nun möchte frau durch die Ereignisse gelassen schlendern. Nur keine Ahnung, in welche Richtung sie aufbrechen sollte.
Der Wink kam in derselben Nacht – na ja, es war bereits ein fortgeschrittener Morgen …
An sonnigem Tag gehe ich mit Bekannten spazieren. Als wir an einer Waldhütte vorbeigehen, sagt jemand: Schade dass es ’ne Ewigkeit dauert, bis man mit der Weisen sprechen kann. – Eine Weise?! Sie kann mir bestimmt sagen…
Ich haste dahin. Vorm Haus warten Leute auf ihre Sprechstunde. Die alte Frau kommt gerade und ich folge ihr aufgeregt hinein, um nach einem Termin zu fragen. Bevor ich etwas sagen kann, setzt sie sich ruhig hin, weist mir den Stuhl gegenüber und schaut mich einladend an – ich solle anfangen zu erzählen.
Was?! Jetzt gleich?! Einfach so?! – Na dann… Eine Absicht schießt in mir hinauf, aber schafft es nicht, sich in einen Satz zu kleiden. Die Ahnung hatte nur den Betreff ihres Anliegens erhascht, dass es um meinen Tanz um das Thema Nondualität gehen würde. Vielleicht eine Frage nach dem Sinn der Jahre voller Wunder nicht von dieser Welt? Oder warum das Interesse an Spiritualität inzwischen verwelkte und ich wieder im Alltag heimisch wurde?
Aber wie gesagt, die Sprechabsicht war nicht schnell genug. Die Überraschung nicht warten zu müssen, wird von einer Woge der Ergriffenheit weggespült, die mich überflutet – ich verschwinde im Weinen. In den warmen Fluten dümpelt nur ein verwirrter Gedanke: Wieso weint die Dankbarkeit?
Filmschnitt! Das Erwachen ist heftig. Die Gefühlswallung hält das Herz immer noch in Aufruhr, während der Computer im Kopf zu sortieren beginnt. – Ah, die Antwort! Das ging schnell! Und?
Ich solle einfach anfangen zu erzählen? Was? Wem? Mir? Anderen?
Wie denn? Ein Buch? Nee, das wäre ein Langzeitprojekt mit viel Planung und Organisation.
Also was? YouTube? Oder ein Podcast? Oder ein Blog mit Häppchen des vorbeiziehenden Lebensstroms?
Oh, ja! Ein Blog klingt gut. Ich liebe es zuzusehen, wie sich das Innenleben in die Sprache hineinschmiegt. Viele interessierte Leser sind nicht wahrscheinlich, aber bestimmt finden sich ähnliche Seelen ein, und wir könnten zusam…
Stop, stop, Aneline! Keine fernen Ziele!
Eine große Vorfreude pusht regelrecht in Aktion. Nicht zögern, los gehts!
Hallo Google!!! Wie richtet frau bitte eine Internetseite fürs Bloggen ein?

Anmerkung: Die Titel-Illustration entstand viel später als Ergebnis meiner Zusammenarbeit mit der KI (Midjourney). Sie hat viele Vorschläge geliefert, aber meine Wünsche immer nur teilweise berücksichtigt. Die Kulisse stimmte auf Anhieb – das muss frau schon zugeben – aber die KI weigerte sich beharlich, zwei ältere Frauen im Gespräch darzustellen. Bis zu vier meist junge Personen fanden sich in der Hütte ein. Das passte überhaupt nicht, denn junges Volk hat ja andere Erfahungen zu machen, als den Gedanken zu lauschen.
Mein vergebliches Ringen war entmutigend, nachdem ich doch zwei mehrstündige YouTube-Tutorials über Prompting (Arbeitsanweisungen für KI) absolviert hatte. Was blieb mir übrig … als aus mehreren KI-Vorschlägen die passende Komposition im Photoshop zu basteln.
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Angesichts dieser geringen Kompatibilität bei der Verständigung mit der KI lauert die Frage im Raum, wer es zuerst schaffen wird: Lernt die KI die Menschen-Sprache zu verstehen? Oder eignet sich der Mensch das Denken in KI-Algorithmen an?
Wahrscheinlich wird die KI wieder schneller sein …
Ein Nebenprodukt meiner unbeholfenen Prompt-Schießerei: Sie ließ mich fühlen und entdecken, welch faszinierendes Mysterium der Verstehens-Prozess an sich ist. Es scheint schon vor jenem KLICK! zu wirken, wenn sich ein Puzzleteil des Gewussten mit einem Puzzleteil des Unbekannten treffen und einrasten.
Könnte es sein, dass der Verstehens-Prozess ein Spiel magnetischer Energien sei, das zu einer Art Gleichklang führe und von der verbalen Sprache unabhängig wirke? Es ist ja uns allen vertraut, dass wir manchmal eine fremde Absicht schon vor ihrer Ausformulierung erkennen. Könnte es sein, dass die verbale Sprache auf die Wirkung dieser Energien im Hintergrund angewiesen ist? Denn evolutionär sind unsere Wortgebäude sehr jung im Vergleich zu Äonen des Menschen-Miteinander.
– Stop mit dem Geschwätz! Es sollte doch nur ein ‚Kommentar zum Bild‘ sein.
– Stimmt. Streichen ..? – Nee, in diesem Blog sollte es genug Platz für allerlei Gedanken geben, oder?





