
Trotz bester Vorsätze schon wieder vier Tage mit YouTube-Filmchen verbracht und nicht mit dem Blog, der immer noch ziemlich leer ist. Das läuft seit langem schon so und lädt regelmäßig Selbstvorwürfe ein, denn für so eine Blogwüste will Aneline noch keine Werbung machen.
Am heutigen Sonntag wachte Aneline schon um 7 Uhr mit einem Ohrwurm auf. Sie bemerkte ihn erst auf dem Weg ins Bad:
xXxx, xXxx lejdi, xXxx xxX x xXx, …
Ein paar Rythmus-Zeilen drehen in der Schleife. Nur ein einziges Wort ist darin erkennbar und doch wirkt der Song greifbar und vertraut.
– Was war das? Na komm schon!
……. Scherie, scherie lejdie …
– Ach, Französisch? Quatsch, da steckt doch eine englische Lady drin. Mal sehen, was Google dazu sagt.
Doch statt zum Schreibtisch kehrt Aneline ins Bett zurück. Nach einer Stunde wacht sie aus dem Traum auf, wo sie bei der Abreise von einer Unterkunft getrödelt hatte und die Hotelmanagerin sie diplomatisch ansprach, dass sie ihr gleich noch einen Abschiedskaffee draußen servieren möchte, denn die Zeit im Hotelzimmer laufe in wenigen Minuten ab. //Filmschnitt!//
– Wow, das sind neue Töne. Früher hieß es meist: Die Weiterreise sei unmöglich, weil der Zug (Auto, etc.) bereits abgefahren sei. Diesmal wird nur zur Eile geraten. Mal sehen, ob es die Blogabsichten effektiv stärken kann.
Nun, es stärkte sie insofern, dass Aneline tatsächlich am Computer landete, um dieses Geschichtchen festzuhalten.
Und merkwürdigerweise wurde der Ohrwurm durch den zweiten Traum nicht ausgelöscht. Google ..? Im Nu taucht der Schlagertext von 1985 auf.
Cheri, cheri lady
Goin‘ through a motion – love is where you find it – listen to your heart.
Das Zitat der rhythmischen Zeilen wirkt sehr sentimental, doch dahinter schwingt eine vertraute Empfehlung: im Moment bleiben, den verzögernden Impulsen vertrauen, die Durststrecke einfach erleben, alle Gedanken an ferne Ziele als solche erkennen und vorbeiziehen lassen.
– Tja, leicht gesagt …
Übrigens, 1985 glaubte Aneline den Song zu kennen – sie hörte da nur eine Schnulze über das Verliebtsein. Nun ist sie erstaunt.
– Haben vielleicht alle Schlager so einen doppelten Boden, der sie wie ein stilles Sprungbrett in die Hitlisten befördert?





